Unter Superfood fassen wir Lebensmittel zusammen, die eine besonders hohe Nährstoffdichte aufweisen. Genauer gesagt: Sie haben pro 100g einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen wie Farbstoffe oder Bitterstoffe und sind gleichzeitig möglichst energiearm.

Die Idee hinter „Superfood“ ist, dass diese Lebensmittel besonders gesundheitsfördernd sind und ihr Verzehr deswegen sehr empfehlenswert ist.

Aber Vorsicht: Der Begriff Superfood ist in erster Linie ein Marketingbegriff und gesetzlich nicht geregelt. Er wird daher gerne verwendet, vor allem bei stark verarbeiteten und überteuerten Produkten wie Superfood-Pulver, Riegel oder Fertigprodukten wie Suppen oder Eintöpfen. Meine Empfehlung: Kritisch hinterfragen und die Zutatenliste und das Preis-Leistungs-Verhältnis genau ansehen!

Mag. Andrea Fičala, Ernährungswissenschafterin

Mag. Andrea Fičala, Ernährungswissenschafterin und Autorin (Bild: Sonja Priller)

Was Superfood für uns tun kann und wo seine Grenzen liegen

Um ehrlich zu sein: Sogenanntes Superfood wird uns leider nicht schöner, gesünder oder schlauer machen, nur weil wir es hin und wieder essen. Wir können uns aber täglich möglichst vielseitig und reich an frischen Produkten ernähren und so unsere Gesundheit fördern. Dies bedeutet aber auch, öfter selbst zu kochen, um zu wissen, welche Zutaten enthalten sind.

Heimische Superfoods

Viele Superfoods aus Österreich können mit den gut vermarkteten Exoten ganz leicht mithalten. Beispiel Chia-Samen und Leinsamen:

Rein ernährungsphysiologisch sind Chiasamen und Leinsamen aufgrund ihres hohen Anteils an Alpha-Linolensäure und ihres günstigen Fettsäuremusters empfehlenswert. Beide enthalten einen hohen Anteil an unlöslichen Ballaststoffen und Proteinen. Warum also teures Geld ausgeben für ein Produkt, das erst weit transportiert werden muss und in letzter Zeit immer wieder Schlagzeilen mit schlechten Rückstandswerten macht, wenn eine heimische Alternative gleich vor unserer Türe wächst?

Weitere Alternativen sind Brombeeren, Holunderbeeren, Aronia, Johannisbeeren, Erdbeeren oder Rotkraut statt Acai- und Goji-Beeren. Die exotischen Namen-Beeren haben es vielen Menschen angetan. Aber auch die regionalen Superfoods leisten einen enormen Beitrag für unsere Gesundheit durch ihren Gehalt an Antioxidantien und Ballaststoffen.

Wissenswertes zur Nachhaltigkeit

Bei jedem Produkt im Handel lässt sich eine klare Bewegung ablesen. Ist es erst einmal gut beworben worden, steigt die Nachfrage in den Anbauländern. Die Preise steigen und die lokale Bevölkerung kann sich das Produkt nicht mehr leisten, obwohl es in ihrer Ernährung schon immer einen wichtigen Beitrag geleistet hat. Wieder ein Argument, den kleinen Kraftpaketen, die vor unserer Haustüre wachsen, wieder mehr Beachtung zu schenken!

 Mehr Informationen findest du im Buch

„Superfoods einfach & regional“

ISBN 978-3-7066-2610-1
240 Seiten mit über 80 Rezepten und mit über 120 Farbfotos von Sonja Priller und 80 Farbzeichnungen von Julia Lammers:

www.ess-werk.at

Autorin:  Mag. Andrea Fičala
Bilder: Pixabay | Sonja Priller

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