Wie sicher ist Aspartam?

Das Thema Sicherheit bei Lebensmitteln ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. Dabei wurde über wenige Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln so häufig diskutiert wie über den Süßstoff Aspartam. Dies führte dazu, dass der Zuckerersatzstoff auch einer von jenen Lebensmittelzusätzen ist, die am häufigsten untersucht wurden. Wir haben uns daher die Fakten zum Süßstoff Aspartam angesehen.

In Europa sind wir es gewohnt, bei Lebensmitteln einen hohen Sicherheitsstandard zu genießen. Dennoch gibt es Produktgruppen, die bei einigen Menschen Skepsis auslösen. Süßstoffe gehören dazu – und allen voran Aspartam. Warum genau dieser Süßstoff so viel Aufmerksamkeit bekommen hat und warum es so viele Mythen dazu gibt, lässt sich nicht ermitteln. Der jahrelange Fokus auf Aspartam und widersprüchliche Interpretationen von Studien führten aber dazu, dass der Süßstoff zu jenen Lebensmittelzusatzstoffen gehört, die am häufigsten untersucht wurden.

Was ist Aspartam?

Aspartam ist ein synthetisch hergestellter, kalorienarmer Zuckerersatz, der in zahlreichen Lebensmitteln zum Süßen eingesetzt wird. Es ist als Süßstoff sehr beliebt, da es rund 200 Mal süßer ist als Zucker1, aber im Rahmen seiner Verwendung so gut wie gar nicht aufs Kalorienkonto schlägt. Daher wird Aspartam zum Süßen von Limonaden, Kaugummis und vielen Speisen verwendet.

Aspartam besteht aus Eiweißbausteinen, die während der Verdauung wieder in die Aminosäuren L-Asparaginsäure und L-Phenylanalin sowie geringe Mengen an Methanol aufgespalten werden. Genau der gleiche Prozess findet auch bei der Verdauung von Hühnerfleisch, Obst oder Gemüse statt. Der Vorgang im menschlichen Körper ist also ganz natürlich. Der Methanol-Anteil von Aspartam ist im Vergleich zu dem Anteil in vielen natürlichen Lebensmitteln äußerst gering. Beim Verzehr von einem Glas Tomatensaft wird z.B. die 5-6-fache Menge Methanol zugeführt, verglichen mit einem Glas Aspartam-haltiger Limonade.

Süßstoffe - Rectangle

Ist Aspartam sicher?

Jedes Nahrungsmittel und jeder Lebensmittelzusatz wird von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) penibel getestet. Nur wenn es von Seiten der Behörde grünes Licht gibt, darf ein Produkt auf den Markt. Aspartam wurde 1994 als für die Gesundheit unbedenklich erklärt und in der EU zugelassen. Als eines von wenigen Lebensmittelzusätzen wurde der Süßstoff bereits 2013 re-evaluiert. Nach Einbezug der wissenschaftlichen Studienlage und Abstimmungen des EFSA Experten-Boards erklärte die EFSA Aspartam erneut für sicher und für die Gesundheit völlig unbedenklich1.

Welche Menge ist zu beachten?

Dabei blieb auch der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) unverändert: er gibt jene Menge eines Stoffes an, die bei lebenslanger täglicher Einnahme medizinisch für die menschliche Gesundheit unbedenklich ist. Für Aspartam liegt dieser Wert bei 40mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Ein erwachsener Mensch mit 60kg müsste um an diesen Wert zu kommen täglich (und zwar für den Rest seines Lebens) über 4 Liter mit Aspartam gesüßter Limonade trinken².

Ein Aspartam-haltiges Getränk enthält weniger Methanol als manche Frustsäfte. (Grafik: In Anlehnung an Medizinische Universität Graz)

Einzig eine kleine Gruppe an Menschen darf keine Aspartam-haltigen Nahrungsmittel zu sich nehmen. Personen mit der seltenen Erbkrankheit Phenylketonurie (PKU) können das Phenylalanin nicht korrekt abbauen. Sie müssen daher auf sämtliche eiweißhaltigen Lebensmittel verzichten.

Man kann also abschließend sagen, Aspartam ist ein sicherer Süßstoff, der von der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde zwei Mal für unbedenklich erklärt wurde und im Rahmen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung durchaus seinen Platz findet, wenn man ab und zu süß genießen möchte, ohne damit sein Kalorienkonto oder Zahngesundheit zu belasten.

Autoren: Lukas Winter, Isabella Auer
Bilder: Adobe Stock

Quellen:

1) EFSA

²) DGE Fachinformationen Süßstoffe in der Ernährung

Sueßstoff Aspartam Rectangle

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