Rund 34.000 ÖsterreicherInnen erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt. Knapp jeder dritte verläuft dabei tödlich. Petra Ellen Reimann überlebte bereits zwei. Sie schildert ihre Geschichte und wie sich ihr Leben durch die Einschnitte verändert hat.

Ich wurde am 30. April 1959 in Nürnberg geboren, hatte eine relativ normale Kindheit und Jugend. Ich heiratete mit 22 Jahren, 1986 bekamen wir unseren Sohn und mit 1987 wurde ich leider Witwe.

So kam es zum 1. Herzinfarkt

2000 gründete ich dann mein mobisek (Mobiles Sekretariat). Tagsüber arbeitete ich noch in einer Firma als Sekretärin in der Geschäftsleitung, abends und an den Wochenenden war ich mit der Selbstständigkeit beschäftigt. Nach 3 Jahren war es dann doch zuviel. Also kündigte ich Ende 2002 und war ab Januar 2003 nur noch selbstständig. Bis zum März…dann kam der erste Herzinfarkt und 6 Tage Intensivstation.

„Ich hätte nie gedacht, dass es mich erwischt!” – Petra Reimann

„Ich hätte nie gedacht, dass es mich erwischt!” – Petra Reimann

Mein Selbsterhaltungstrieb gewann wieder Oberhand und somit ging es mir von Tag zu Tag besser. Ich habe mich brav an die Anordnungen der Ärzte gehalten … naja, zumindest in den ersten Jahren. Dann verblasste die Erinnerung, mir ging es wieder gut und ich begann langsam wieder, mich zu überschätzen. Meine Aufträge wurden mehr und mehr. 16-Stunden-Tage waren nicht selten – die Ernährung unregelmäßig und ungesund.

Die kleinen Anzeichen zwischendurch, wie kalter Schweiß oder auch Übelkeit und leichte Schmerzen im Brustkorb, habe ich ignoriert.

Die Vollbremsung kam Anfang Februar 2015: 2. Herzinfarkt

Das hat mich voll getroffen. Ich war total kraftlos, konnte nur ganz kurze Strecken gehen und gegessen habe ich auch fast nichts. Ich wurde nach dem Krankenhaus sofort zur Reha gebracht. Dort hat man mich mit viel Geduld wieder einigermaßen „alltagstauglich“ gemacht. Die Ärzte legten mir nahe, dringend meinen beruflichen Alltag zu überdenken und stark zu reduzieren. Auch meine Ernährung hatte einiges an Optimierungspotenzial.

Bis September habe ich mir eine Auszeit genommen, neue berufliche Wege gesucht und auch gefunden. Meine Ernährung habe ich komplett umgestellt auf sehr viel Gemüse und Obst, kein weißes Mehl mehr, kein Zucker und nur ganz, ganz wenig Fleisch. Ich habe vor ein paar Monaten mit dem Intervallfasten begonnen und muss sagen: Es tut mir sehr gut. Ich esse bewusster und weniger, ohne dabei zu hungern. Den Gang zum Kühlschrank habe ich mir abgewöhnt. Da wurde mir erst bewusst, wie viel ich zwischendurch immer gegessen habe.

Ich habe sehr viel über Ernährung als Medizin gelesen. Vieles davon kann ich in meinem Alltag und in meinem Speiseplan sehr gut integrieren.

Sport und Kontrolle

Heute habe ich noch 60 % Herzleistung und deshalb kommt für mich nur leichtes Ausdauertraining infrage. Ich gehe vierteljährlich zur Kontrolle (EKG, Blutwerte, Blutdruck) und meine Ärztin ist immer begeistert, wie toll meine Blutwerte sind. Sie sagte einmal: „Frau Reimann, egal was Sie tun, machen Sie weiter so.“

Mehr Informationen zum Leben von Petra Reimann gibt es auf www.petra-ellen-reimann.de

Autorin:  Petra Ellen Reimann
Bilder: Fotolia | ZVG

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