Eine ausgewogene Ernährung ist bereits im Kindesalter wichtig. Denn die Grundbausteine für einen gesunden Lebensstil lernen Kinder schon früh – und die Eltern sind dabei die wichtigsten Vorbilder. Auch das Thema Karies und Zahngesundheit spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir sprachen daher mit Claudia Uebelmann, Geschäftsführerin der „Aktion Zahnfreundlich Schweiz“.

Wie hängen Ernährung und Kariesbildung zusammen?

Claudia Uebelmann

Claudia Uebelmann ist Geschäftsführerin der Aktion Zahnfreundlich in der Schweiz.

Nahrungsmittel und Getränke haben einen vielseitigen Einfluss auf die Zähne. Es gibt zwei Arten von Säuren, welche unsere Zähne zerstören können: Zum einen sind dies die sogenannten diätetischen Säuren, welche in Salatsaucen, Getränken oder aber auch in Müslis enthalten sind, und zum anderen Säuren, die beim Verzehr aus zuckerhaltigen und damit kohlenhydratreichen Lebensmitteln und Getränken entstehen. Diese Säuren unterstützen die Kariesbildung/Demineralisierung des Zahnschmelzes unter dem nicht entfernten Zahnbelag. Nach dem Verzehr von diesen sogenannten kariogenen Lebensmitteln ist es daher wichtig, im Anschluss die Zähne zu putzen – ein besonderes Augenmerk sollte auf die Zahnflächen im Zahnzwischenraum gehalten werden.

Was sind „zahnfreundliche Lebensmittel“?

All jene Lebensmittel, welche weder kariogen noch erosiv sind. Produkte mit dem Qualitätslabel „Zahnmännchen“ wurden vorgängig durch eine unabhängige Stelle mittels intra-oralen pH-Telemetrie-Test auf deren Zahnfreundlichkeit getestet.

 

Kariogen = Lebensmittel verursacht/fördert die Bildung von Karies

Erosiv = Zerstörung der Zahnoberfläche durch Säureeinwirkung (ohne Beteiligung von Bakterien)

Wie können Eltern durch bewusste Auswahl von Lebensmitteln die Mundgesundheit (ihrer Kinder) unterstützen?

Es ist wichtig, einen verantwortungsvollen Umgang mit Süßwaren bereits im Kindesalter zu erlernen. Wer zwischendurch mal Lust auf Süßigkeiten hat, tut gut daran, Aktion ZahnfreundlichZAHNFREUNDLICH-Produkte zu bevorzugen. Das „Zahnmännchen“ auf der Verpackung kennzeichnet Produkte, die für die Gesundheit der Zähne unbedenklich sind, da sie von den Bakterien in unserem Mund nicht zu zahnschädigenden Säuren abgebaut werden können und dadurch keine Karies verursachen. Die Produkte wurden entweder mit zahnfreundlichen Zuckerarten wie Isomaltulose und Tagatose oder mit anderen zahnfreundlichen Süßungsmitteln wie Zuckeraustauschstoffen oder Süßstoffen hergestellt.

Welche Rolle spielen Süßstoffe bei zahnfreundlichen Lebensmitteln?

Um süße, aber zahnfreundliche Lebensmittel herzustellen, werden in der Regel sogenannte Zuckeraustauschstoffe (Polyole) verwendet. Sie haben, mit der Ausnahme von Xylit, eine etwas geringere Süßkraft als der „Haushaltszucker“, sind aber ausnahmslos zahnfreundlich. Kombiniert werden die Zuckeraustauschstoffe meist mit Süßstoffen, welche über eine sehr hohe Süßkraft verfügen, und daher nur in sehr geringen Mengen eingesetzt werden müssen. Süßstoffe, welche synthetisch hergestellt werden, haben eine Süßkraft, die 30- bis 20.000fach höher ist als jenes des „Haushaltszuckers“. Dabei enthalten Süßstoffe praktisch keine Kalorien. Süßstoffe lassen sich in allen Bereichen des Verpflegungsangebots sinnvoll einsetzen – neben gesüßten Getränken wie Softdrinks, Kaffee oder Tee auch in Salatsaucen, Suppen oder zum Abrunden des Geschmacks von Hauptgerichten und natürlich in der Dessertküche. Somit bieten sie eine gute Alternative für jene, die auf kariogenen Zucker verzichten möchten.

Die Aktion Zahnfreundlich Schweiz konnte seit Kurzem eine Partnerschaft mit dem Süßstoffverband eingehen, welcher ebenfalls in der Schweiz eine Informationsstelle hat. Ziel ist es, gemeinsam die Schweizer Bevölkerung über Süssstoffe sowie deren Zahnfreundlichkeit aufzuklären und zukünftig auch länderübergreifend in der deutschsprachigen DACH-Region zu agieren.

Autorin: Isabella Auer
Bilder: Adobe Stock | ZVG

Mehr Informationen finden Sie im Video:
Süßstoffe im Alltag

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