Immer mehr Personen wollen sich gesünder ernähren. Dazu beginnen viele ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Während die einen vermehrt auf fett- und kalorienreiches Essen verzichten, sparen andere an Salz und Zucker. Wichtig dabei bleibt aber: Essen soll nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Genuss sein. Aber geht das?

Gerade in der Urlaubszeit nutzen viele die Entspannung, um ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Manche versuchen, das positive Urlaubsgefühl in den Alltag mitzunehmen und durch eine bewusstere Ernährung ihren Lebensstil nachhaltig zu verbessern. Dazu reichen oft wenige Schritte. Eine radikale Diät ist selten langfristig erfolgreich und damit wenig nachhaltig. Doch allzu oft arten gut gemeinte Veränderungen in ein unentspanntes und einseitiges Ernährungsverhalten aus.

Gesund und genussvoll statt krankhaft gesund essen

„Orthorexia nervosa“ bezeichnet jenes Phänomen, dass sich Menschen zwar gesünder ernähren wollen, dies aber zu exzessiv betreiben. Der Begriff der „krankhaften Gesundesser“ ist allerdings wissenschaftlich noch zu wenig erforscht. Es existiert weder eine Definition des Erscheinungsbildes, noch gibt es Diagnose- oder Therapierichtlinien. Kennzeichnend für Personen, die sich krankhaft gesund ernähren wollen, sind stundenlange Recherchen über Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe. Sie achten beim Einkauf penibel auf Mineralstoff- und Vitamingehalt und teilen Lebensmittel in „gut“ und „schlecht“ ein. Sie tun sich schwer, Essen im Restaurant zu wählen und fühlen sich nach Naschereien als Versager. Häufig führt dieses Verhalten auch in eine Isolation, da Events und soziale Situationen aus Angst vor einer Bloßstellung gemieden werden.

Zu diesem Extrem soll es aber gar nicht erst kommen. Denn wichtiger als mit jedem Lebensmittel, das man zu sich nimmt, einer vermeintlich gesunden Vorstellung zu folgen, ist eine abwechslungsreiche Ernährung. Zu dieser gehört auch der sporadische Genuss.

Ernährungspyramide als Basis

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist allerdings gar nicht so schwierig. Die Ernährungspyramide zeigt, aus welchen Nahrungsmitteln und welchen Mengen sich die täglichen Mahlzeiten zusammensetzen sollten. Dabei bilden alkoholfreie Getränke, Gemüse und Obst die Basis. Süße, fettige und salzige Snacks bilden die Spitze und sollten daher eher selten genossen werden. Aber sie sollten genossen werden. In Maßen. Darum geht es bei einer ausgewogenen Ernährung. Denn man kann Essen und Trinken sehr gut genießen, wenn man weiß, dass man sich ausgeglichen ernährt.

Ernährungspyramide

Die Ernährungspyramide zeigt, wie gesunde Ernährung im Idealfall aussieht. Süßes ist ein genussvoller, aber nur kleiner Teil unserer Ernährung. (Bild: © BMASGK)

Süße gehört dazu

Für die meisten gehört daher auch das gelegentliche Naschen zum Genuss dazu. Und gerade beim Naschen darf es gerne auch mal süß sein. Dies ist völlig natürlich, denn der Hunger auf Süßes ist uns angeboren. Bereits die Muttermilch schmeckt leicht süßlich, und dass es Babies danach gelüstet, macht Sinn. Wer sich gerne ab und an mit Süßem belohnt, aber keinen Zucker konsumieren möchte, für den gibt es heutzutage ausreichend Lebensmittel mit Süßstoffen. Sie haben den Vorteil, dass sie kalorienarm sind, sich aber nicht auf den Blutzucker auswirken und damit bestens für Diabetiker und Ernährungsbewusste geeignet sind.

Wichtig bleibt ein achtsamer Umgang mit der Ernährung. Wer die Ernährungspyramide beachtet und sich ausgewogen ernährt, der darf sich auch einmal eine Nascherei gönnen. Dabei muss man auch nicht zwischen Zucker und Süßstoffen wählen – es geht beides. Schließlich soll das Essen und Trinken nicht nur Nahrungsaufnahme sein, sondern auch ein Erlebnis für die Sinne, für das man sich Zeit nehmen sollte.

Autor: Lukas Winter
Bilder: Adobe Stock | BMASGK

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Weitere Informationen zu Genuss ohne Zucker findest du auf der Website des Süßstoff-Verbands:

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